Darum geht es

“Warum ist hier jeder glücklich außer mir?”
“Weil sie gelernt haben überall Güte und Schönheit zu sehen.”
“Warum sehe ich nicht überall Güte und Schönheit?”
“Weil du außer dir nichts sehen kannst, was nicht in dir ist.”
- Anthony de Mello-

Wie bekommt man Güte und Schönheit in sich? Meister Ivanhov sagt: mit Licht.
Gott sprach: Es werde Licht. Mit und durch das Licht ist alles geschaffen. Es ist das Wort, das am Anfang war. In jedem Menschen ist ein Funke des göttlichen Feuers, welches das Licht entfacht. Du atmest licht ins Zentrum deines Herzens und mit dem Atem entfachst du das Licht in dir. Dieses Licht zieht alles Gute, alle guten Geister an, alles, was dich glücklich, heil und heilig macht. Je lichter du bist, desto besser sehen dich die lichten Geistwesen und können dir helfen. Deine Gebete werden gehört.

Gleichzeitig ist Reinigung angesagt. Schenkst du deinen besten Wein in ein Glas, in dem schon etwas anderes drin ist? Schenkt Gott seine Barmherzigkeit, Liebe und Gnade in ein Herz, das mit Wünschen oder dunklen Gedanken angefüllt ist?
Meister Eckhart sagt: Gott kann gar nicht umhin, sich in die Leere zu ergießen. Lass alle Wünsche und Vorstellungen los und akzeptiere, dass du ein Gefäß für Barmherzigkeit, Liebe und die Gnade Gottes bist.

Jesus sagte: “Ich und der Vater sind EINS” und “Ich habe euch ein Beispiel gegeben”.
Der beste Weg zum Einssein ist die Leere und die Anbetung. In der Anbetung begibst du dich in deine Leere und lässt dich von Gottes Präsenz, Gnade, Barmherzigkeit und Liebe durchfluten. Du vertraust ihm und lässt ihm alle Möglichkeiten, dich und dein Leben nach seinem Bild zu schaffen. Wer das zu seinem Ziel macht und täglich daran festhält, der wird geborgen sein in der Hand des Vaters. Dieses Gefühl wird dich erfüllen und nie mehr verloren gehen.

Ja zum Leben
entsteht aus dem Bewusstsein, dass Gott in dir und durch dich lebt. Du hast Teil an, du bist Teil von Gottes Leben, das in allem ist. Daraus entsteht Geborgenheit, Ruhe und Sicherheit.

Schuld und Vergebung

Von einem höheren Bewusstseinszustand aus gesehen sind alle Bewertungen völlig anders. Da ist mir völlig klar, warum und wozu Dinge passieren, die irdisch gesehen falsch und schuldhaft sind. Aus der höheren Sicht hat alles seinen Sinn und alles ist richtig. Wie man in der Schule schon sagt: Aus Fehlern muss man lernen, so ist es auch im ganzen Leben. Ein “Fehler” hat zwei Wirkungen: Er kann Schuld erzeugen und Lernen, das heißt: erkennen, verstehen und verändern.

Schuld erkennen und im Herzen annehmen ist der Initiator zum Lernen. Im Herzen ist die Demut zuhause, der Mut vor Gott, der Mut, anzunehmen was passiert ist und daraus zu lernen. So kommt Vergebung zustande.

Wer Fehler und Schuld als Lernaufgabe annimmt, gewinnt Erkenntnis, Verständnis und Klugheit, die Gaben des Heiligen Geistes. Er erkennt, wie er richtig handeln kann oder zumindest, wie er künftig nicht handeln wird. Diese Bereitschaft und dieses Lernen bedeutet: Der Hl. Geist, löst alle Schuld auf. So richtet Gott auf. Gott straft nicht. Der einzige Zweck von Schuld ist Vergebung für sich selbst und gegenüber anderen. Vergebung kommt aus dem Verstehen und dem Wissen, dass “oben” alles einen Sinn hat.

So verstehe ich die Worte der Bibel, dass die Sünde wider den Hl Geist nicht vergeben wird. Diese Sünde ist das Hängen bleiben in den Schuldgefühlen, denn solange man diese pflegt, so lange kann die Schuld nicht aufgelöst werden. Fehler müssen anerkannt, verstanden und aufgelöst werden. Dann wird man klüger, besser und heil(ig)er. Das ist das Wirken des Hl Geistes. Das ist der wirkliche Erfolg im Leben, der äußere Erfolg ist nur Schein.

Wer seine Verantwortung und die Schuld leugnet oder verdrängt, kann ebenso wenig lernen wie derjenige, der sich erniedrigt und in seinen Schuldgefühlen hängen bleibt.

Ein heilender Satz:
Ich gehe auf deinen Wegen Herr, aber ich bin gestolpert und gefallen. Bitte richte mich auf und segne mich.

Was wäre wenn...

Die Wahl oder Was wäre wenn…?

Leben heißt lernen. Lernen bedeutet immer wieder den Blickwinkel zu verändern und die Dinge von einer anderen Seite und mit neuen Augen anzusehen. Das verändert die Wahrnehmung und bringt tiefe neue Erkenntnisse und Erfahrungen. Oft ist es hilfreich einfach mal spielerisch an das Thema heranzugehen und sich zu fragen: Könnte der Sachverhalt nicht auch so sein? Was wäre wenn es ganz anders wäre als ich bisher geglaubt habe?

Zwei Bäume im Paradies
Betrachten wir die Geschichte von den zwei Bäumen im Paradies. Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen. Das bedeutet: Ich bin frei – du bist frei. Der Mensch steht vor seiner ersten freien Entscheidung. Symbolisch stehen da zwei Bäume, d. h. zwei Kräfte, zwei Lebensmöglichkeiten.

Gott, der aus dem Dunkel das Licht schöpft, sagt:
Wählst du den einen Baum, dann kannst du immer hier im Paradies leben und glücklich sein. Du kennst nichts anderes und bist immer voller Leben, Liebe und Glück.
Wählst du den anderen Baum, dann wählst du nach meinem Bilde Schöpfer zu sein, der aus dem Dunklen das Licht schöpft.
Dann wählst du das volle Programm, du gehst ins Dunkle um das Licht zu finden. Du wählst Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Glück und Unglück, Liebe und Hass, Freude und Schmerz, Treue und Verrat, Fülle und Mangel. Beide Seiten musst du annehmen. Das gilt für dich und alle Menschen.

Das bedeutet doch: Nur wenn der Mensch beide Seiten dieses Lebensentwurfs annimmt, kann er das Licht im Dunkeln finden. Dieses Licht führt ihn wieder heraus aus der Dunkelheit. Jesus hat gezeigt wie das geht: Schuld und Schmerz anzunehmen ohne einen Schuldigen zu suchen, ohne Abwehr, ohne Urteilen, ohne Verantwortung hin- und herzuschieben. Es geht darum, nicht nur das Gute anzunehmen, das einem begegnet, sondern auch in den dunklen Seiten, die einem begegnen, mit Demut und Liebe das Licht zu sehen und zu entdecken. Wie das konkret aussehen kann hat Anthony de Mello in dem Buch „Die Fesseln sprengen“ (Herder) optimal und anschaulich beschrieben.

Damit es gelingt muss das Feuer des Lichts, das Feuer der Liebe und des Heiligen Geistes im Menschen brennen. Was wäre denn, wie sähe die Welt aus, wenn viele Menschen sich und ihren Lebensentwurf mit veränderten Augen sehen könnten??? In diesem Bewusstsein leben zu dürfen ist für mich eine große Gnade.

Gott hat die Welt erschaffen und er sah, dass es gut war. Das Erinnerungslicht an diese paradiesische Welt ist im Herzen aller Geschöpfe vorhanden und muss nur wach geküsst werden.

Das Leiden beginnt, wenn der Mensch das Licht nicht mehr sieht, wenn die Tatsache, dass Gott in der ganzen Schöpfung, also auch in seinem Herzen, lebt, aus seinem Bewusstsein verschwunden ist. Dann beginnt der Teufelskreis von Schuld, Scham, Angst und Lebensmüdigkeit. Aber außen kann der Mensch nichts sehen was nicht in ihm ist. In seiner Verbindung zum Schöpfer, zu Gott, kann der Mensch sein Licht erkennen und sehen. Wie das gelingen kann, zeigt Jesus durch sein Beispiel. Das hilfreichste und genialste Gebet dabei ist das Vater unser.

Danken